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Maschinenstricken – Workshop Nr. 1 (Mammutbeitrag)

Es wurde ja mal Zeit, dass ich mit der Strickmaschine auch mal „was Richtiges“ stricken kann. Da das unter fachkundiger Anleitung schon besser zu verstehen ist, hatte ich mich schon im vergangenen Jahr beim Strickmaschinenworkshop in Bredbeck angemeldet. Die Vorfreude war groß, die Unsicherheit, was alles ins Gepäck sollte, um so größer. Einerseits hatte ich keine Vorstellung, wieviel Garn durch die Fadenführung rauschen würde, andererseits war das Wetter sehr ungewiss und ein „Umweg“ über Berlin machte den Koffer auch nicht schlanker.

Zum Glück hatte die Maschine nebst diverser Zugaben eine direkte Mitfahrgelegenheit (vielen Dank, liebe Elke!), sodass ich recht entspannt aus dem Alltag ausbrechen konnte. In Berlin konnte ich nach der langen Zugfahrt erst mal im Tiergarten abschalten, während meine Gastgeberin noch arbeiten musste:

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Am Freitagvormittag machten wir uns dann auf den Weg nach Bredbeck, wo es dann auch unverzüglich an den Aufbau der Maschinen ging. Nach einer Tasse Kaffee mit kurzer Einführung in die Gepflogenheiten der Bildungsstätte machten wir uns dann direkt an die Maschinen. Zur Nahrungsaufnahme (Abendessen genannt) mussten wir fast schon genötigt werden und waren später recht überrascht, als es plötzlich gegen Mitternacht ging.

Das Schöne an diesem Workshop war, das nicht oberlehrerhaft was erklärt wurde, das alle nacharbeiten mussten, sondern jeder probierte sich an seiner Maschine und konnte sicher sein, dass bei Problemen sofort jemand anderes weiter helfen konnte. Es waren Modelle verschiedener Hersteller und Generationen – mit mehr oder weniger Technik am Start. Jeder konnte etwas beitragen, ein Geben und Nehmen in sehr angenehmer Athmosphäre.

Mein Strickschlitten, der noch gar nicht ganz funktionsfähig war, tat nach einigen Tipps und reichlich Ölspray dann komplett seinen Dienst und so sammelten sich schnell die ersten Probelappen und Projekte an. Ich durfte lernen, wie das Stricken mit Lochkarte, sowohl für Lochmuster als auch Norwegermuster, funktioniert. Perfekt, dass Silke eine Froschmusterkarte hatte.

Zunächst jedoch ein Babyschühchen, dem einige Reihen abhanden gekommen sind – es wird nicht verpaart werden. Hier waren die Highlights der Mäusezähnchensaum, außerdem das Stilllegen einiger Nadeln:

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Eine Socke, die einen doppelt so langen Fuß hat – auch diese wird einsam bleiben:

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Merke: Sockentabellen (und vermutlich ähnliche) für Doppelbettmaschinen sind nicht ohne Weiteres fürs Einbett praktikabel! (Und außerdem mag ich keine Nähte an den Füßen, es ging nur darum, die Techniken zu lernen).

Dann gings an die Lochkarten. Die Begeisterung ist nach wie vor groß, wie von Geisterhand die Muster entstehen und das in verhältnismäßig hohem Tempo. Besagte Frösche:

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Lange geforderteswünschtes Hahnentrittmuster:

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Ein – zukünftiger – Kissenbezug im Norwegermuster:

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Anschließend gings ans Lochmusterstricken, das anders funktioniert, aber letztendlich – mit Starthilfe – auch kein Hexenwerk ist:

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Dass neben diverser Probelappen auch was Richtiges gestrickt werden sollte, hatte ich schon vorgeplant, also per Strickrechner berechnet. Ein Top aus Sockenwolle, sozusagen der Prototyp für zukünftige Oberteile. Der Schnitt ist noch ohne Taillierung, aber trotzdem scheint er gut zu sitzen, wenigstens meiner Schneiderpuppe, noch in Einzelteilen:

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Und nochmals MERKE! Sollten alle Maschen abgeworfen werden, überprüfen, ob der Faden im Schlitten eingelegt ist. Sonst heißt es sich wundern, wenn es beim nächsten Versuch wieder passiert.

Das letzte unvollendete Projekt ist ein Kinder-Raglanpulli aus Resten, dessen Maße aber wohl nicht ganz stimmen. Die Garnkombination gefällt mir allerdings gut. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, diese beiden Garne zu kombinieren, aber wenn nicht der ganze Vorrat zur Verfügung steht, geht man schon mal andere Wege:

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Es gab auch ein gemütliches Zusammensitzen ohne die Geräuschbelästigung der Maschinen, dabei habe ich die nächsten Sneakers angeschlagen:

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Jetzt heißt es erst mal die Projekte, soweit erforderlich, zu konfektionieren bzw. zu beenden. Und dann: üben, üben, üben! Ich freue mich jetzt schon auf den nächsten Workshop, auch wenn bis dahin noch eine ganze Weile hin ist.

Noch vor der Fahrt nach Berlin habe ich ein neues Tuch angeschlagen, das im Zug ordentlich gewachsen ist. Mittlerweile passt es gerade so auf die Nadel und so ist nicht die ganze Pracht zu sehen:

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Gemütliches Zusammenstricken während Silkes Besuch hier ließen das Tuch auch noch ordentlich wachsen.

Ein Dankeschön allen, die zu der letzten angenehme Woche beigetragen haben!

Ich wünsche Euch ein schönes Wochenende!

Kommantarfeed

2 Quaks

  1. Schöner Bericht, danke! War nett, Dich kennen zu lernen und ich freu mich auch schon auf ein Wiedersehen. Juni 2013? Deine Rückmeldung fehlt noch. 😉

    Liebe Grüße
    Knittaxa

  2. da habt Ihr aber viel geschafft an nur einem Wochenende. Ich komm mit meinem Doppelbett hier nicht aus dem Quark. Ich will momentan nur Socken stricken, muss aber erst die Einzelteile zusammen kriegen, die die letzten 25 Jahre mal hier mal da gesichtet wurden.



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